Danke 2020 für diese 9 Erkenntnisse

Danke 2020 für diese 9 Erkenntnisse

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Ein aufregendes Jahr neigt sich dem Ende zu. Und du wirst mir wahrscheinlich zustimmen, wenn ich sage, dass das Jahr gehen darf.

Es war für mich beides: Schrecklich und wundervoll (– und letzteres meine ich wörtlich: Wunder-voll).

Hier kommt ein Streifzug durch all die Dinge, die mir 2020 besonders positiv oder besonders negativ aufgefallen sind – und die mein 2020 zu etwas Besonderem gemacht haben. Vielleicht kannst du dich in dem ein oder anderen Punkt wiederfinden.

1. Grenzenlose Ruhe trifft auf niederschmetternde Unruhe

Selten habe ich ein solch ruhiges Jahr gehabt, wie das 2020 der Fall war. Angefangen beim ersten Lockdown im März. Zuletzt im Dezember während des zweiten Lockdowns.

Ich hatte plötzlich wieder so viel Zeit für meine Kinder. Diese Zeit hatte ich in den Jahren zuvor durch das viele Arbeiten immer mehr verloren.

Ich fühlte mich im Lockdown glücklich und ausgeglichen – und ich weiß, dass es nur wenigen so ging wie mir. Das hatte viele weitere wundervolle Nebeneffekte, auf die ich gleich noch zurückkomme.

Zeitgleich aber verspürte ich vor allem zu Beginn des zweiten Lockdowns im Dezember eine innere Unruhe, die mich irgendwann nicht mehr schlafen ließ. Etwas, was mir zuvor fremd geworden war.
Ich verlor meine Träume, meine Perspektive und meine Hoffnung.

Zum Glück dauerte dieses Tief nur wenige Tage an. Doch diese Tage genügten, um mir bewusst zu machen, wie wertvoll positives Denken und Zuversicht wirklich ist. Dinge, die ich zuvor an mir für selbstverständlich gehalten habe.

2. Der Verlust von Selbstverständlichem gegen Wertschätzung

Als Kind der 80er-Jahre bin ich in Fülle groß geworden. Mir fehlte es nie an etwas: Ich kenne nur volle Kühlschränke, warme Zimmer, gefüllte Kleiderschränke, fließend Wasser und ein schützendes Dach über dem Kopf.
Im Laufe des Lebens lernt man dann, dass solche Dinge nicht selbstverständlich sind. Man bekommt Bilder zu sehen von Teilen der Welt, in denen diese Privilegien nicht zum Alltag gehören.

Doch dieses Jahr durfte ich darüber hinaus noch etwas Neues lernen. Ich habe erfahren, dass Privilegien wie Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmtheit eben nicht zu meinem Geburtsrecht gehören. Und dass ich auch in einem Land wie Deutschland Einschränkungen ausgesetzt werden kann. In einem Land, von dem ich bisher immer dachte, dass ich hier frei leben darf und frei entscheiden darf.

Das war die wohl härteste Erkenntnis und das schwerste Opfer für mich im Jahr 2020.

(Anmerkung: Hier, wo ich lebe, habe ich das große Glück erfahren, dass ich keinen Menschen kenne, der an Corona erkrankt ist, geschweige denn einen schweren Verlauf hatte oder sogar sein Leben verloren hat. Diese Erfahrung sorgt dafür, dass ich von den Freiheitseinschränkungen als schwerem Opfer sprechen kann. Mir ist klar, dass es Menschen gibt, die größere Verluste erlebt haben in diesem Jahr.)

3. Wo positive Gefühle sind, da sind auch die Negativen

Wenn du mich vor einem Jahr gefragt hättest, wie ich mich selbst sehe, dann hätte ich ohne zu zögern geantwortet, dass ich vor allem ein sehr positiver Mensch bin. Negative Gedanken und (infolgedessen auch) negative Gefühle kamen nur an „Ausnahmetagen“ zum Vorschein.

2020 habe ich deutlich zu spüren bekommen, dass jeder Mensch jedes Extrem von Gefühlen in sich hat. Dass nicht nur Zuversicht, Hoffnung und Liebe in mir herrschen. Sondern auch Angst, Hoffnungslosigkeit und Fassungslosigkeit gegenüber mancher Menschen (vor allem Politikern).

Ich konnte diese Gefühle in mir annehmen und wertschätzen, denn sie haben mir genau das gezeigt: dass ich ein Mensch mit vielschichtigen Gefühlen bin.
Und ich habe gelernt, dass das gut so ist. Und dass ich lernen darf, das an mir zu lieben.

Die Erfahrungen, diese Gefühle loszulassen, waren 2020 genauso spannend, wie die Tatsache, dass ich in Zukunft immer damit rechnen darf, dass diese negativen Gefühle jederzeit wieder in mir auftauchen können.
Eine Erkenntnis, für die sich 2020 gelohnt hat.

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4. Bleib locker – und zwar in der Gegenwart

Ja, man kann in der Vergangenheit leben und sich ständig denken „Früher war alles besser“ oder „Ich wünschte, ich hätte mein altes Leben zurück“.
Fühle ich mich damit besser? Ändert es meine derzeitige Situation?
Nein, das hilft nicht und ändern tut es auch nichts.

Genauso wenig hilft es, in der Zukunft zu leben und sich auszumalen, was irgendwann sein könnte (im Negativen, wie im Positiven). Fakt ist, wir wissen einfach nicht, was morgen ist. Wir wissen noch nicht einmal, was in einer Stunde ist.
Es gibt genug Beispiele dafür, wie sich für Menschen ein Leben im Bruchteil einer Sekunde geändert hat.

Das alles kann nur zu einem Schluss führen: Die Gegenwart zählt.
Lebe im Hier und Jetzt.
Stelle jetzt die Weichen für eine positive Zukunft.

Was du heute denkst,
wirst du morgen sein.

– Buddha

Also: nimm es locker. Ändern kannst du die Situation „da draußen“ ohnehin nicht. Das einzige, was du verändern kannst, ist dein Innerstes.

Wenn du dich in Gelassenheit übst und die Dinge nicht schwernimmst, tust du dich in der Gegenwart leichter. – Und kannst die Situation, so wie sie ist, vielleicht auch ein bisschen genießen.

In meinem Beitrag über das Glücklichsein kannst du mehr über die Macht der Gegenwart lesen.

5. Entschleunigung – ein neu gewonnener Wert

Eine der tollsten Dinge, die ich 2020 erfahren habe, ist mit Abstand die Entschleunigung.
Mal abgesehen davon, dass 2020 ein Ereignis das nächste jagte und ich das Gefühl hatte, dass es wie im Fluge vergangen ist: Es war ein Jahr, das ich mehr genießen konnte, als jedes andere in der Vergangenheit.
Ich habe die Zeit mit all ihren Ereignissen viel bewusster und wertschätzender erlebt.

Und ich habe für mich erkannt, dass das genau das ist, was ich will: ein vollkommen entschleunigtes Leben.
Das mag eine Sache sein, die nicht für jedermann gleichermaßen geeignet ist. Aber für mich ist es das Tollste und Beste, was mir passieren konnte. Deshalb werde ich in Zukunft alles tun, um diese Entschleunigung beizubehalten oder immer wieder herzustellen.

6. Ziele feststecken und an die neuen Werte anpassen

Ja, ich war schon immer eine Träumerin. Das werd ich auch für den Rest meines Lebens sein. Ich träume einfach zu gerne, als dass ich das jemals sein lassen könnte.
Und ich träume groß.

Doch das, was ich 2020 gelernt habe, hat dafür gesorgt, dass ich meine Werte angepasst habe. Freiheit, Unabhängigkeit und vor allem Entschleunigung sind Werte, denen ich in meinem Leben und in meiner Zukunft eine neue Priorität zugeordnet habe.

Und deshalb habe ich auch meine Träume angepasst. Sie haben sich 2020 geändert.
Das Grundgerüst ist noch dasselbe. Aber meinen Träumen liegen andere Werte zugrunde und das sorgt dafür, dass sie sich anders anfühlen.

Und: Ich habe festgestellt, dass ich nicht unendlich viel Zeit habe, sie zu verwirklichen. Denn jederzeit können sich die äußeren Umstände ändern (wie das 2020 mit der Corona-Pandemie der Fall war).

7. Erkenntnisse über die Toleranz und die Intoleranz

Querdenker, Verschwörungstheoretiker, System-Verweigerer. Wo sind die toleranten Menschen hin?

Was ich dieses Jahr leider auch lernen durfte: Menschen sind nicht so tolerant, wie sie behaupten.

Wo ist das Verständnis und die Rücksicht auf Menschen in Angst? Warum glaubt jeder, es besser zu wissen?
Wo ist die Liebe und das Mitgefühl?
Wo ist der Respekt für andere Menschen und deren Meinungen?

Es ist eine ausgelutschte Tatsache, doch wir alle laufen in unseren eigenen Schuhen. Wir alle sind Menschen, die genau zu dem Menschen geworden sind, weil wir bestimmte Erfahrungen in unserem Leben gemacht haben.

Nun sehe ich in meinem Land, wie Menschen, die von Angst zerfressen werden, mit Wasserwerfern und Beschimpfungen an den Pranger gestellt werden.

Als ein Mensch, der sich an die Regeln unserer Gesellschaft hält und weiß, dass solch eine Gesellschaft diese Regeln braucht, um zu funktionieren, sehe ich mich weder als Verschwörungstheoretiker noch als Querdenker oder als System-Verweigerer.

Dennoch habe ich Verständnis für Menschen, die eine andere Ansicht haben und die für das kämpfen, wofür sie Deutschland sehen. (Was auch immer das ist.)

Warum können wir uns nicht mit Liebe, Respekt und Verständnis gegenübertreten?
Weshalb können wir nicht akzeptieren, dass 82 Millionen Menschen bedeutet, dass in unserem Land 82 Millionen unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen herrschen?

(Und ich bin überzeugt, dass Menschen, die sich verstanden fühlen – egal wie anders sie denken – niemals gewalttätig werden; Voraussetzung: gesunde Menschen.)

Und warum können anstelle von Wasserwerfer und Drohungen nicht Aufklärung und Verständnis eingesetzt werden?

Ich bin nicht mit allem einverstanden, was unsere Politik dieses Jahr beschlossen hat.
Doch meine Meinung zu äußern und das auszusprechen, hat dafür gesorgt, dass ich als Querdenker betitelt und eine Freundschaft deshalb beendet wurde. (Was natürlich kein Verlust sein sollte für mich, mich aber dennoch erschüttert hat.)

Was ist mit unserer Meinungsfreiheit passiert? Ich persönlich habe inzwischen große Angst, meine Meinung zu äußern. Und damit verrate ich mich selbst ein Stück. Doch auch das scheint eine neue Regel in unserer Gesellschaft zu sein: Willst du in Ruhe leben, dann halte lieber die Klappe. Traurig.

In meinem Beitrag „Liebe ist die Antwort“ bin ich bereits vor ein paar Wochen auf dieses Thema eingegangen.

2020 war für mich ein Jahr der Erkenntnis, dass sich gerne jeder in der Theorie für tolerant hält. Doch wenn es darum geht, diese Toleranz in die Praxis umzusetzen, so habe ich dieses Jahr nur wenige Beispiele erfahren, die auch tatsächlich zur Toleranz bereit waren. Toleriert wurden 2020 in erster Linie die, die dieselbe Meinung teilten.

(Und ja, auch ich fasse mir hier an die eigene Nase: Auch ich darf an meiner Toleranz intoleranten Menschen gegenüber noch arbeiten im neuen Jahr!)

8. Selbstfürsorge hat eine neue Bedeutung

Vielleicht sind es die „harten Zeiten“, vielleicht die viele Zeit im Lockdown und die Kontaktbeschränkungen; doch wir konnten uns dieses Jahr mehr mit uns selbst beschäftigen, als das in den Jahren zuvor der Fall war.

Egal ob mit Meditation oder jeder anderen Art von Achtsamkeit und Selbstfürsorge: Klar ist, dass es hilft, diese Zeiten zu überstehen. Denn sie stärken unser Innenleben und wappnen uns gegen alles, was da von außen kommt.

Wenn du innen stark bist, kann nichts so schnell deine Rüstung durchstoßen.

In meinem Beitrag über die Selbstfürsorge kannst du darüber mehr lesen.

Behandle dich selbst wie deinen besten Freund

9. Let it be

Paul McCartney schrieb diesen wunderbaren Song, der uns auch in der jetzigen Phase hilft:

For though they may be parted
There is still a chance that they will see
There will be an answer
Let it be

– The Beatles (Paul McCartney)

Deutsche Übersetzung:

„Denn obwohl sie getrennt sein können,
besteht immer noch die Möglichkeit, dass sie erkennen:
es wird eine Antwort geben.
Lass es einfach so sein (wie es ist).“

Im Grunde fordert uns dieses Lied zum einzig Richtigen auf: Lass die Dinge fließen, hab Vertrauen und verliere dich selbst nicht.

Fazit: 2020 ist ein Jahr für Dankbarkeit

Für mich ist 2020 ein Jahr für Dankbarkeit.
Denn: Dinge, Umstände, unsere Leben können sich so schnell ändern. Und dann finden wir uns genau in der Situation: Wir denken zurück und schätzen, was wir hatten. Wir denken voraus und hoffen, dass wir das alles wieder haben werden.

Es gibt unendlich viele Erfahrungen und Erkenntnisse, für die ich 2020 sehr dankbar bin.

Dennoch freue ich mich auf das neue Jahr und darauf, mich auf meine Pläne und Träume zu fokussieren.

Insofern: 2021 – ich bin bereit. Du darfst kommen!

Was nimmst du aus dem Jahr 2020 mit ins neue Jahr? Welche Erkenntnisse und Erfahrungen waren für dich besonders wertvoll?


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