Gelassenheit – eine Sache des Alters?

Gelassenheit – eine Sache des Alters?

Diesen Beitrag teilen:

Die Gelassenheit kommt mit dem Alter – oder?

Die Sache mit der Gelassenheit verfolgt mich schon seit Jahren. Ich höre heute noch die Worte eines guten Freundes: „Nadine, mit 40 wirst du gelassener!“ – meine Antwort damals war ein Augenrollen.

Heute bin ich wirklich viel gelassener und die 40 steht vor der Tür.

Junge Menschen zwischen Kindern und Karriere sind am häufigsten gestresst. In der PDF „Entspann dich, Deutschland“ von der TK kannst du das nachlesen.

Menschen über 60 hingegen lassen sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen.

Natürlich frage ich mich da: Kommt das wirklich nur mit dem Alter? Oder was löst die Gelassenheit wirklich aus?

Unsere Seelen bleiben ewig jung

Die Wahrheit ist doch: Wir fühlen uns nie alt – ganz egal wie alt wir tatsächlich sind.

Unsere Seele bleibt dieselbe, sie kennt kein Alter.

Die Seele kennt kein Alter

So manch einer ist mit 70, 80 Jahren überrascht, dass er nun doch zum „alten Eisen“ zählt, fühlt er sich innerlich doch noch so jung. Lediglich die Erfahrungen, die der Körper und der Geist inzwischen gesammelt haben, unterscheiden vom jungen Menschen.

Denn im Alter haben wir in der Regel viele wertvolle Erfahrungen gesammelt: Jedes Gespräch, das wir geführt haben und jede Begegnung, die wir erlebt haben. Jede Enttäuschung, jeder Schicksalsschlag, jeder Glücksmoment hat uns geprägt und geformt.

(Falls du mehr darüber lesen möchtest, findest du hier meinen Beitrag „Dein Unterbewusstsein – die unsichtbare Macht in dir“)

Jede Erfahrung aus der Vergangenheit hat unser Denken und unsere Sichtweise in der Gegenwart verändert.

Und das wird sich auch für die Zukunft nicht ändern: Welche Erfahrungen wollen wir machen? Welcher Mensch wollen wir in Zukunft sein?

Sind die Erfahrungen verantwortlich für die herbeigesehnte Gelassenheit?

Was ist eigentlich Gelassenheit?

Die Gelassenheit ist die Weisheit, über den Dingen zu stehen.

Klingt doch ganz einfach.

Im Wort Gelassenheit stecken viele schöne Wortspielereien:

  • Ge-lassen-heit:
  • Einfach mal sein lassen
  • Dinge kommen und gehen lassen
  • Den Dingen ihren Lauf lassen
  • Loslassen
  • Gelassenheit: Geh und lass sein

Doch warum fällt das, was sich so leicht anhört, vielen jungen Menschen so schwer?

Die Gelassenheit kommt mit dem Alter oder-Pinterest

Stress: Ärger, Angst und Depression

Natürlich können wir auch alles andere als gelassen sein. Ärger, Angst und Depression verhindern, dass wir uns in uns selbst wohlfühlen. Sie verhindern jede Gelassenheit.

Der Gelassenheits-Killer Nummer 1 ist Stress. Wir überfordern uns, wir stressen uns! Rackern uns förmlich ab. Wir wollen den Anforderungen im Beruf gerecht werden, wollen das Beste für unsere Familie, Freunde, Mitmenschen. Für uns. Meinen wir. Und für andere. In besonders schwerwiegenden Fällen endet das im Burn-out oder in der Depression.

Geld, Karriere, Besitztümer. Statussymbole im Außen beruhigen äußerlich. Oberflächlich. Aber sie führen nicht zur Gelassenheit.

Die meisten Menschen zwischen 36 und 45 Jahren fühlen sich besonders gestresst. Die perfekte Zeit zum Aufwachen. Um langsamer zu machen. Die perfekte Zeit, sich bewusst zu machen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Wenn wir in diesem Alter die Zeichen ernst nehmen, haben wir gute Chancen, gelassen alt zu werden.

Wenn wir diese Zeichen jedoch ignorieren, dann lernen wir es auch im hohen Alter nicht. Es gibt schließlich genug Senioren, die verbittert, jähzornig und ängstlich sind – Lebenserfahrung hin oder her. Auch die Altersdepression und Burn-out im Alter nehmen dramatisch zu.

Gelassenheit liegt immer in uns selbst.

Das Schicksal weist uns meist den Weg zur Gelassenheit

Schicksalsschläge, Burn-out, Depression. Man möchte sie verfluchen – bevor man das Geschenk darin erkennt und die Arme weit öffnet und Danke sagt. (Hier findest du meinen Beitrag „Die Krise als Chance“.)

Oft lassen sie uns erwachen, führen uns zu uns selbst zurück. Sie zeigen uns, worauf es im Leben wirklich ankommt. Und wir lassen uns wieder auf die inneren Werte achten: Glücklich sein, Freude, Frieden, Freiheit.

Die bewusste Entscheidung, glücklich zu sein.

Das Bewusstsein und die Akzeptanz, dass alles genau zum richtigen Zeitpunkt und zu unserem Besten geschieht.

Die Erkenntnis, dass Erwartungen in andere uns nicht den gewünschten Seelenfrieden bringen. Perfektionismus macht nicht glücklich.

Loslassen ist das Gegenteil von Perfektionismus

Die Entscheidung, selbstbestimmt zu leben. Und genauso wichtig: Andere Menschen selbstbestimmt in ihrem eigenen Fluss leben zu lassen.

Die Freiheit, auch mal nein zu sagen – und sich von den Problemen anderer abzugrenzen.

All das trägt dazu bei, dass wir gelassener werden dürfen.

Am Ende möchten wir vielleicht erkennen, dass wir uns in erster Linie um uns selbst kümmern und uns selbst glücklich machen dürfen. Wenn das jeder Mensch auf dieser Welt tut, haben wir rundum versorgte und glückliche Menschen. Dies könnte zu der wunderbaren Erkenntnis führen, dass jeder für sein eigenes Glück, für sein eigenes Leben verantwortlich ist. Was uns einen großen Schritt weiter Richtung Gelassenheit gehen lässt.

(Hier findest du übrigens meinen Beitrag „Selbstfürsorge – der Turbo für dein Wohlbefinden“)

Durch Entschleunigung zur Gelassenheit

Die Entscheidung für ein bewusstes Leben kann schöne Momente mit sich bringen: Ruhe und Entschleunigung. Einfach mal den Fuß aus dem Karussell des Alltags hängen lassen und am Cocktail schlürfen.

Eine Meditation für die Seele – eine Reise ins Unterbewusstsein oder eine Reise durch den Körper. Sich selbst wieder finden; Spüren, was es da so zu fühlen gibt. Und alles, was da ist, bejahend annehmen. Ohne Vorwürfe, ohne Wertung.

Vertraue in das, was ist

Etwas erzwingen oder verdrängen zu wollen – dies kann nie mit Leichtigkeit geschehen.

Und alles, was mit Leichtigkeit geschieht, ist im Fluss. Du solltest all die Dinge überdenken, die du täglich erzwingst oder verdrängst.

Dem Fluss des Lebens zu vertrauen; das heißt Gott zu vertrauen, dem Universum zu vertrauen, der uns umgebenden Allmacht zu vertrauen – woran auch immer du glaubst.

Alles im Leben hat einen Sinn. Nichts geschieht ohne Grund.

Und alles geschieht zu unserem Besten.

Wer diese wertvolle Wahrheit erkannt hat, der kann nicht anders, als in Gelassenheit zu leben.

(In meinem Beitrag „Wie du deinen inneren Frieden findest“ kannst du mehr über die Wege zur Gelassenheit nachlesen.)


Newsletter-Anmeldung:


Fazit: Gelassenheit kann jeder

Die Gelassenheit ist die Erkenntnis, was im Leben wirklich zählt.

Im Alter hat man gelernt, dass sich Dinge und Menschen nicht ändern lassen. Diese Akzeptanz führt bei vielen Menschen zu einer wunderbaren Gelassenheit.

Bewusstes Leben und Vertrauen in das, was ist – das dürfen in Zeiten des Bewusstseinswandels immer mehr junge Menschen erfahren.

Gelassenheit ist doch nichts weiter als die Erkenntnis, dass man im Leben nichts erzwingen und verdrängen kann.

Was für die einen viele Jahre an Erfahrung benötigt, erfahren andere in jungen Jahren durch einen Schicksalsschlag – ein Geschenk des Universums, für das wir dankbar sein dürfen.

Gelassenheitsgebet

Lieber Gott,
gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Gib mir die Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Und gib mir die Weisheit, zwischen beiden zu unterscheiden.

Reinhold Niebuhr

Bist du heute schon gelassener als vor ein paar Jahren?

Diesen Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar